Transsibirische Eisenbahn

Transsibirische Eisenbahn

Es gibt wenige Bahnstrecken, die diesen Klang haben, “Transsibirische Eisenbahn”!
Dabei handelt es sich weniger um eine Strecke, als vielmehr um einen Wust an verschiedenen Strecken, Zügen und Ländern , die alle irgendwie dazu gehören. Die ursprüngliche Transsib geht von Moskau über 9288 km bis nach Wladiwostok an der russischen Pazifikküste und war zum Zeitpunkt ihrer ersten Idee hauptsächlich ein machtpolitisches Instrument, um die Einflusssphäre der russischen Zaren im fernen Osten zu sichern. Natürlich spielten auch wirtschaftliche Interessen, also der Zugang zu Sibiriens wertvollen Bodenschätzen eine außerordentliche Rolle.
Dabei stellten die außergewöhnlichen Bedingungen die Ingenieure vor große Herausforderungen:
Wintertemperaturen bis -50 Grad Celsius, der Boden taute im Sommer nur wenige Wochen und nur wenige Zentimeter richtig auf, Arbeitskräfte waren schwierig zu bekommen, Krankheiten und Hunger und die logistischen Herausforderungen waren nur einige der Probleme.
Alleine die Tatsache, dass die Transsib zunächst eingleisig und unelektrifiziert und sogar mit einer Fähre über den Baikalsee geführt wurde anstelle einer Trasse, zeigt die Schwierigkeiten.
Übrigens, zweigleisig ist die Trasse erst seit 1945, durchgehend elektrifiziert gar erst seit 2002!!

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Wir wählten für unsere Heimreise die Transmongolische Trasse, von Beijing über Ulaanbaatar nach Irkutsk, wo man auf die Transsibirische Streckenführung stößt und uns nach 7622 km nach Moskau bringen sollte.
Unsere Heimreise startete in Beijing: Von dort nahmen wir am 7.7. den Express Beijing- Ulaanbaatar, der uns innerhalb von 31 Stunden in die Hauptstadt der Mongolei brachte. Zugegebenermaßen waren wir nicht unglücklich China zu verlassen und wir erwarteten sogar sehnend die Einsamkeit der Wüste Gobi und der mongolischen Steppenlandschaft. Wir wurden nicht enttäuscht. Schon einige Stunden außerhalb von Beijing wurde es einsamer und die Landschaft wüstenhaft. Wir ließen es uns in unserem Viererabteil gut gehen, mit uns fuhr ein sehr netter Mongole, der nach 4 Jahren in den USA wieder heim zog. Andrea musste sich erstmal von China erholen und schlief nach der Abfahrt morgens 8 Uhr erstmal 6 Stunden durch.

Abendstimmung in der Wüste Gobi:

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Der erste richtige Stop kam in Erlian, der Grenzstation China/ Mongolei. Im Gegensatz zur chinesischen Spurweite 1435 mm, gibt es in der Mongolei und auch Russland die Weite 1520 mm. Zu diesem Zweck wurde unser Zug in eine Montagehalle gefahren, auf riesige Wagenheber gesetzt, angehoben, die “schmalen”Achsen rausgefahren und die Wagons auf die “breiten” Achsen draufgesetzt. Gut für uns, wir konnten zuschauen und uns mit einem kalten Bier von China verabschieden.

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Nach einer geruhsamen Nacht erwachten wir am nächsten Morgen in schönster, saftig grüner mongolischer Steppenlandschaft.
Es ist fast zu klischeemäßig, aber eingebettet in grüne Hügel ritten Mongolen auf Pferden, standen Jurtendörfer und weit und breit gab es keine asphaltierte Straße.


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Erst gegen Mittag tauchten wieder regelmäßig befahrene Straßen auf, wir näherten uns Ulaanbaatar, auch UB abgekürzt.

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Mit reichlich 1,5 Mio. qkm und einer Bevölkerung von etwa 2,75 Mio. Menschen gilt die Mongolei als das am dünnsten besiedelte Land der Welt. Etwa 45% der Bevölkerung leben in UB, einer nicht sehr schönen, von sowjetischem Einfluß geprägten Großstadt, die mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -2 Grad Celsius als kälteste Hauptstadt der Welt gilt. Wir hatten dort genau 9 h Aufenthalt, bevor wir nachts 21 Uhr den nächsten Zug nach Irkutsk nehmen wollten. Gerade Zeit genug, schnell essen zu gehen und einen kleinen Stadtrundgang zu machen. Im Nachhinein waren wir etwas traurig, dass wir nicht länger geblieben sind, denn obwohl die Mongolen ein kleines Volk sind, unterscheiden sie sich grundlegend von den umgebenden Ländern. Schon allein das Essen (viiiiiel Fleisch!!) hatte so gar nix mit China oder Russland zu tun.

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Ein Käffchen im deutschen Café.

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Dshingis Khan.

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Pünktlich um 21 Uhr ging es weiter, zunächst über Nacht zur Grenze, wo wir dann am folgenden Tag über 6 h auf der mongolischen und 5 h auf russischer Seite zubringen sollten. Der Grund dafür ist zum einen ein unglaublich umständliches Grenzprocedere und zum anderen der geringe Grenztransit. Nur ein Waggon unseres Zuges in der Mongolei hatte Grenzgänger an Bord, der Rest des Zuges blieb auf mongolischer Seite. Dasselbe war in Russland der Fall, so dass wir die längste Zeit einsam in unserem Waggon rumsaßen oder von einer Lok durchs Niemandsland nach Russland gefahren wurden.

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Uns es war seltsam, kaum war man in Russland verlor sich der asiatische Eindruck, gab es wieder große, kaukasisch aussehende Russen, im Konsum schwarzes Brot und Wurst, es war wieder ein bisschen wie zu Hause.

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Die Zeit verging schnell, wir haben David, den Ehemann einer in China für H&M arbeitenden schwedischen Managerin kennengerlernt, mit dem wir bei russischem Bier einen wunderschönen sibirischen Sommerabend im Zug verbracht haben. Ganz hingerissen waren wir davon, dass man wieder blauen Himmel sehen kann und nun auch endlich einen richtigen Sommerabend, der nicht wie in Südasien 7 Uhr schlagartig endet, sondern dessen Dämmerung Stunden dauert.

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Überhaupt wird es hier nur kurz richtig dunkel. Wenn man aus dem Zugbett schauend die vorbeiziehenden Landschaften beobachtet, bekommt man den Eindruck, es wird nie dunkel über Sibirien.


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Angekommen in Irkustsk haben wir keine Zeit verloren, unsere Fahrkarten nach Moskau besorgt und sind mit dem nächsten Minibus an den Baikalsee gefahren.
An dem größten und tiefsten Süßwassersee der Welt haben wir wundervoll entspannende und ruhige Tage verbracht. Leider haben wir das andere Ufer nur selten gesehen, aber Spaziergänge am Seeufer und im Wald sowie leckerer Räucherfisch und Schaschlik haben das aufgewogen.

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Unser Hostel am Baikalsee.

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Leckeres russisches Mittagessen.

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Eindrücke aus Irkutsk:

Blick über die Angara, den einzigen Abfluss des Baikalsees.


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Lenin, der Omnipräsente.

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Die russisch-orthodoxe Erlöser Kirche.

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Hochzeitsgesellschaft an der Angara.

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Versinkende Hauser sieht man immer wieder. Wenn beim Hausbau auf keine ausreichende Isolierung nach unten geachtet wird, taut die Hauswärme langsam den Erdboden darunter auf, sodass das Haus langsam einsinkt.

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Irkutsk gilt auch als das Paris das Ostens, was hauptsächlich auf die ähnliche Architektur zurückgeführt wird.

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Nachdem wir noch einen Tag in dem beschaulichen Irkutsk verbracht haben, hat am 12.7. abends um 18.45 Uhr Moskauer Zeit (Ortszeit Irkutsk 23.45 Uhr) unsere letzte Transsibetappe begonnen.

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5185 km in 81 h quer durch Sibirien, den Ural und letztlich durch das europäische Russland bis nach Moskau. Durch Städte wie Krasnoyarsk, Novosibirsk, Omsk, Yekaterinburg und Kazan. Über Flüsse wie den Jenissei, Ob, Irtysh und die Wolga, die auf dem folgenden Bild zu sehen ist.

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Am Ende unserer Reise haben wir von Beijing nach Moskau 7622 km zurückgelegt, fast 8 Tage in Zügen verbracht, 2 Länder komplett durchquert und verschiedenste Landschaften von Wüste bis zum europäischen Mischwald gesehen.
Viele Zugreisende schwärmen vom langsamen Reisen, das “Körper und Seele Zeit gibt anzukommen”. Zwar schüttelt es mich bei dieser Formulierung, aber ganz platt gesagt, es stimmt!
Unser Hinflug brachte uns innerhalb von 7 h von Frankfurt nach Delhi, unsere Rückfahrt hat uns in China “abgeholt” und langsam durch die Zeitzonen zurück nach Westen gebracht, soviel ruhiger und entspannter.

Zum Schluss noch ein bisschen Eisenbahnromantik!

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Wiedersehensfreude nach dem Militärdienst:

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Our big Chinese adventure

Our big Chinese adventure

During the last days on the train, we had a lot of time to look back at three eventful, often stressful weeks in China, in which we covered over 3,000 kilometers from the border in Vietnam to Beijing. Half of our time in the country we spent in the Southern province of Yunnan, which is populated mainly by ethnic minorities. “Traditional” architecture, customs and clothing of the “old China” is a great touristic draw for the majority population of Han Chinese. Yunnanese towns with historical city centers like Lijiang, Dali (see pics in an earlier blog post below) and Shangrila are figuratively overrun by Chinese tourists in search of otherness and pristine nature. The few Western tourists we met, including us, were quite ciritcal of the Disneylandish atmosphere of these places. Rare animals like falkons presented very popular photo opportunities on the main squares for the tourists from the big cities. You could take a ride on a donkey around the market square or eat dried Yak meat in the the endless rows of shops in the centre. In Lijiang, one could not walk even a few meters withoutu having to wait for someone to pose for a portrait in front of what felt like every squre inch of the city. Being somewhat put off by the Chinese way to do tourism and overwhelmed by the shere mass of people walzing through the towns, we tried to get on the less travelled route in Yunnan.
We visited the small village of Shaxi, which is only cautiously beginning to restore historical buildings and develop tourism as a livelihood opportunity for the local Bai people supported by the commendable effort of the Swiss Development Cooperation. We biked through the villages and rice paddies around, strolled around and ate on the local market and visited the Buddhist village tempel.

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The two-day hike along the Yangtze River to the so called Tiger Leaping Gorge was much more popular among the few Western than among the many Chinese tourists and at times even lonely – a rare state in China. Unfortunately, our faithful and much loved camera broke on the way and the mobile cannot fully capture the grandeur of the landscape, especially the massif on the other side of the river, which rose almost 5,000 meters from the river level to the over 5,600 meter high peaks.

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On our way to the Southern province of Sichuan we visited Lake Lugu or Luguhu right at the border of Yunnan and Sichuan. Although this beautiful lake in the mountains is not less than a ‘AAAA scenic spot’ on the five A ranking of the Chinese tourism board, it was scarcely visited after an earthquake in the region and with aftershocks still occurring every few hours. The only other international visitor was an American anthropologist who studies the matrilineal Mosuo society who lives around the North side of the lake.

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After days in a rural area with massive communication and transport challenges, we were glad to get to a big city, Sichuan’s capital Chengdu, after 19 hours on the bus and train and a five hour stop-over in Xichang, one of China’s over 150 cities with over a million inhabitants and bursting with cheap construction and commerce.

One of the few memorable features of Chengdu (see pictures in the post below!), which otherwise looks like any other Chinese city with dozens of malls and a myriad of (half-) finished skyscrapers, were its parks and the teahouses. With a fresh jasmine or lemon tea and a full flask of hot water to refill one could observe the couples, young families, musicians and dancers who seek their refuge in the parks. The Wenshu Temple dedicated to The Buddhist incarnation of wisdom, Wenshu, seemed much more spiritually alive than many other temples we visited in China thanks to the monastery attached to it.

Since the ten thousands of Chinese students travel home or around the country in summer, we had trouble to get seats on the train despite the more than ten (!) daily trains to Xian. We ended up getting so called “hard seats” for the 15 hours train ride over night. The open compartment was bursting with people who had managed to get one of the seats and those who were standing, sitting or lying on the floor. There was no way I was going to sleep, so I witnessed the innumerable incidents of loud phone calls, screaming conversations, video game playing with full volume of the few who could not sleep, torturing the many who attempted to sleep with a constant flow of noise. It may sound dramatic, but I believe I lost some of my faith in the human race that night.

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When we finally arrived in X’ian, the former capital of the Qing dynasty, we had our most spectacular bike ride on the old city walls (or more truthfully: completely rebuild from scratch). Beyond the walls, very little has remained of the historic buildings, but the clash between the old and new China was more apparent than ever.

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In the wonderful, but painfully crowded provincial museum, which was the first in the region to pursue “adolescent moral education”, we were in awe about metal and clay relics of 5,000 years civilization and learnt about the first (ruthless and some say sociopathic) emperor Qin Shi Huang, who united China in the second century BC and made himself unforgettable by guarding his grave by an army of terra cotta warriors.

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After two nights in X’ian we arrived in the expensive, hot and humid capital Beijing. Our four days were absolutely packed with organizing visa for Mongolia as well as the onward travel with the Transmongolian Railway and with discovering the many gems the city has to offer.

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The Forbidden City is the huge palace complex of the Ming and Quing emperors. While we were constantly struggling with the sheer amount of people around us at any given point of time and place in China, the thousands and thousands of people in the palace took our struggle to a whole new level. Many seem to suggest that it was the decadence of lifestyle at the court, which made it a forbidden city for commoners. The starving masses should not hear about the up to 108 dishes served at a single meal or the 1,000 concubines the emperor held. Every night the emperor would choose a concubine by taking a piece of metal with a name engraved on it from a tray. The girl would then be carried by an eunuch to the private chambers. She could not walk herself because her feet were bound and broken many times to keep them small as was it was considered beautiful back in the day.

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Beyond the main palace, we visited the equally poetically named Temple of Heaven, where the emperor used to perform yearly sacrificial ceremonies for good harvest and the Summer Palace, a few kilometers out of town.

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No visit of China is complete without a day at the Great Wall. Despite the bad weather and again, the many, many people, it was a wonderful excursion and seriously good exercise because the wall gets incredibly steep. Although also completely newly (re-)build, it remains a monument to the greatness, the power, the determination of the Chinese rulers, but also the still palpable isolationist (some say xenophobic) tendencies.

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After four days covering huge distances in a massive capital in always packed public transport or on foot, we were so thoroughly exhausted that we slept six hours straight after getting on the train to Ulanbaataar.

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Letzte Etappe: Transmongolische Eisenbahn

Letzte Etappe: Transmongolische Eisenbahn

Es ist 6:30 Uhr und in wenigen Minuten brechen wir zum Bahnhof auf um den ersten Zug der Transmongolischen Reise nach Ulaan Bator zu besteigen. Vier unglaublich stressige Tage in Peking liegen hinter uns, in denen wir leider gar keine Zeit fanden einen Blogeintrag vorzubereiten.
Aber im Zug haben wir genug Zeit und hoffen aus Irkutsk, wo wir am 10.7. ankommen ausführlich berichten zu können.

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